Vielfalt wird im Schlachthof unsichtbar gemacht
Die FDP Kassel kritisiert das Fahnenverbot beim Public Viewing im Boreal Biergarten des Kulturzentrums Schlachthof scharf. Dass Fußballfans bei einer Weltmeisterschaft keine Deutschlandflagge und auch keine Fahnen anderer teilnehmender Nationen zeigen sollen, ist aus Sicht der Freien Demokraten nicht Ausdruck von Weltoffenheit, sondern das Gegenteil davon.
„Eine Weltmeisterschaft ist ein Fest der Vielfalt. Wenn Nationen aus aller Welt zu einem Turnier antreten, sind ihre Symbole kein Problem, sondern Teil dieses Festes. Wer Vielfalt ernst nimmt, darf sie nicht unsichtbar machen“, erklärt Pascal Sommer für die FDP Kassel.
Der Schlachthof hat inzwischen ergänzt, dass es nicht speziell um die Deutschlandflagge gehe, sondern grundsätzlich keine Fahnen erwünscht seien. Diese Erklärung macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil: Sie legt den eigentlichen Fehler offen. Wer nationale Symbole pauschal aus dem öffentlichen Feiern verbannt, verwechselt friedliche Zugehörigkeit mit Ausgrenzung und Fankultur mit Nationalismus.
Besonders irritierend ist diese Haltung vor dem Hintergrund früherer Veranstaltungen im Umfeld des Schlachthofs, bei denen Palästina Fahnen sichtbar waren. Wenn politische oder nationale Symbole in einem Kontext offenbar akzeptiert werden, bei einer Fußball WM aber die Deutschlandflagge und die Fahnen anderer Teilnehmerländer problematisiert werden, entsteht nicht nur der Eindruck einer Doppelmoral. Es ist genau die Doppelmoral, die viele Menschen zu Recht ärgert.
Hinzu kommt: Der Schlachthof ist keine rein privater Veranstaltungsort, sondern ein öffentlich gefördertes Kulturzentrum. Wer öffentliche Gelder erhält, hat eine besondere Verantwortung, Räume nicht nach ideologischen Vorlieben zu verengen, sondern echte Offenheit zu ermöglichen. Offenheit bedeutet nicht, dass man sichtbare nationale Vielfalt aus Angst vor falschen Assoziationen entfernt. Offenheit bedeutet, dass friedliche Fans mit unterschiedlichen Fahnen gemeinsam feiern können.
Die FDP Kassel stellt klar: Schwarz-Rot-Gold steht nicht für Ausgrenzung. Die Deutschlandflagge steht für Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und die offene Gesellschaft. Sie ist kein Symbol, das man verstecken muss. Wer beim Fußball friedlich mit einer Fahne jubelt, betreibt keinen Nationalismus, sondern unterstützt seine Mannschaft.
„Gerade Kassel als vielfältige Stadt sollte zeigen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam feiern können. Dazu gehören Trikots, Gesänge, Freude und eben auch Fahnen. Entscheidend ist nicht, welche Farben jemand trägt, sondern ob er respektvoll mit anderen umgeht“, so Pascal Sommer abschließend.
